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Hier werden regelmäßig Praktikanten aus den verschiedenen Bertelsmann Bereichen und Divisionen über ihre Erfahrungen berichten.

Wir möchten Euch durch diesen Blog einen realistischen Einblick in das tägliche Arbeitsleben als Praktikant vermitteln. Wenn wir Euer Interesse für ein Praktikum in einem der Unternehmensbereiche von Bertelsmann wecken, wendet Euch jederzeit an uns: createyourowncareer@bertelsmann.de

Diversity: Kein „Nice to have“, sondern ein Business Case

21. Juni 2017 @ 08:35 · Abgelegt unter -
Wenn Euch jemand fragt „Wie wichtig ist Euer Immunsystem für Euch?“, was werdet Ihr antworten? Sicherlich werdet Ihr es nicht als ein „Nice to have“ bezeichnen, sondern als essenziell. Vor diesem Hintergrund verwundert mich die Frage, die mir zuweilen gestellt wird, wenn ich von meinem Praktikum im Diversity Management berichte: „Diversity Management? Wozu braucht man das denn?“. Dem schließt sich meist die Frage an „Was machst Du denn da, vor allem als Psychologin?“. Daher möchte ich gerne von meinem Praktikum, meinen Aufgaben und der Relevanz des Diversity Managements für jedes Unternehmen berichten.

Doch zunächst einmal zu mir: Mein Name ist Nicole und ich befinde mich derzeit im Masterstudiengang mit dem Schwerpunkt der Arbeits- und Organisationspsychologie (Organizational Behavior and Adaptive Cognition) an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Mein Ziel für das letzte Semester ist es, durch mein Praktikum einerseits vertiefende Einblicke in die Arbeit in einem Konzern zu erhalten und andererseits den Arbeitsbereich der Organisationsentwicklung mit einem innovativen und wichtigen Thema auf Konzernebene besser kennenzulernen. Beide Ziele werden durch mein Praktikum im Diversity Management verbunden.

Was versteht man nun unter Diversity Management (DM)? Allgemein lässt sich zusammenfassen, dass das DM Projekte und Maßnahmen entwickelt, um die Mitarbeitervielfalt im Unternehmen zu fördern. Das Ziel dabei ist, durch die Vielfalt von Menschen hinsichtlich ihrer Fähigkeiten, ihrer Persönlichkeit und ihrer Erfahrungen, die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens zu sichern und verschiedenen Markteinflüssen agil begegnen zu können. Bei Bertelsmann ist dafür die Abteilung Corporate Responsibility and Diversity Management (CR&DM) seit 2011 verantwortlich. Der thematische Fokus liegt dabei derzeit auf den Themen Geschlecht, Generationen und Nationalität.

Neben dieser allgemeinen Bezeichnung vergleiche ich das Diversity Management eines Unternehmens daher gerne mit dem Immunsystem eines Menschen. Ein Immunsystem ist vor allem dann von Bedeutung, wenn ein Mensch mit negativen Umwelteinflüssen konfrontiert wird – das Gleiche gilt für das DM in einem Unternehmen. Verliert ein Unternehmen Kunden aufgrund von mangelnder Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit, wird dies als Krise bezeichnet. Dann ein DM aufzubauen, klingt zunächst wie eine gute Strategie, kommt allerdings zu spät. Denn ein DM aufzubauen, ist ein langfristiger Prozess, der eines langen Atems bedarf und Ressourcen benötigt, die womöglich im Falle einer Krise nicht mehr verfügbar sind. Präventiven Sport betreiben wir in der Regel auch nicht dann, wenn das Fieber bereits ausgebrochen ist.

Wie genau muss man sich also die Projekte vorstellen und worin besteht meine Aufgabe in diesen? Ein aktuelles Projekt ist die Entwicklung und Implementierung eines konzernweiten Diversity Trainings, das – wie die meisten Maßnahmen – vor allem primärpräventiv greift. Es soll den Mitarbeitern die Relevanz von Vielfalt im Unternehmen zeigen und verdeutlichen, welchen Beitrag sie selbst dafür leisten können. In diesem Projekt arbeite ich sowohl inhaltlich als auch organisatorisch mit. Genau das macht mein Praktikum auch so spannend. Einen typischen Arbeitsalltag gibt es nicht, da durch die Projektarbeit jeden Tag unterschiedliche Aufgaben anfallen.

In der Vorbereitung des Diversity Trainings bin ich in alle Entwicklungs- und Planungsprozesse eingebunden. Das heißt, ich unterstütze meine Kolleginnen und Kollegen von der Konzeptentwicklung für Pre- und Post-Work, über die Angebotsprüfung, bis hin zur Organisation des ersten Probetrainings. Meine psychologischen Kenntnisse sind hierbei stets gefragt und ich kann meine Ideen einbringen. So konnte ich bisher sowohl inhaltlich als auch methodisch mit meinen Studieninhalten unterstützen.
Die offene Arbeitsatmosphäre der Abteilung und die Wertschätzung meiner Perspektive schätze ich besonderes. Durch meine Fragen, von denen ich das Gefühl habe, dass sie willkommen sind, erfahre ich sehr viel über die Strukturen und Arbeitsabläufe im Bertelsmann-Konzern.

Wie auch ein Immunsystem nicht über Nacht entsteht, sondern stetig und langfristig aufgebaut werden muss, gilt dies gleichermaßen für das DM eines Unternehmens. Daher wird eine nachhaltige Beeinflussung der Unternehmenskultur angestrebt. Diversity soll also zu einem Selbstverständnis im Unternehmen werden. Das ist eine Herausforderung und macht es besonders für mich als Psychologin spannend, Theorie und Praxis zusammen zu bringen. Dabei ist anzumerken, dass die Abteilung nicht nur Diversity- sondern auch Nachhaltigkeitsthemen betreut. Es zeigt sich somit auch hier eine gewisse Form der Vielfalt, von der die Abteilung profitiert.

Es lässt sich zusammenfassen, dass es durch die Projektarbeit keinen klassischen Arbeitsalltag gibt. Als Psychologin bin ich vor allem inhaltlich in die Prozesse eingebunden. Neben den kreativen Aufgaben in den Projekten, gibt es allerdings gelegentlich Reporting-Aufgaben, die weitere Kompetenzen ansprechen und damit für lehrreiche Abwechslung sorgen.
Ich bin gespannt auf meine verbleibende Praktikumszeit und kann jedem nur eine möglichst lange Praktikumszeit empfehlen, da somit sowohl der Einblick in die Projekte als auch in die Projektarbeit umso tiefgehender möglich ist.

Da Diversity nachweislich einen positiven Einfluss auf die Innovationskraft eines Unternehmens nimmt, ist Diversity eben wie das Immunsystem kein „Nice to have“, sondern ein Business Case!


Beitrag verschlagwortet mit: Diversity , Business Case , Nicole Thiele

 
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